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Das „Casino Projekt“

 

Die bisherigen Erfahrungen der Frühdefibrillation durch Ersthelfer sind limitiert. Im „Casino-Projekt” in Las Vegas wurden 105 Patienten (80% Männer, 20% Frauen, mittleres Alter 65 Jahre) mit initialem Kammerflimmern* vom Sicherheitspersonal mit einem halbautomatischen Defibrillator defibrilliert. 56 Patienten (53%) konnten das Krankenhaus wieder lebend verlassen und nur 4 Patienten (4%) verstarben am Einsatzort. 35 Patienten (33%) verstarben in der Notaufnahme und 10 Patienten (10%) vor Entlassung. Es ist wichtig festzustellen, dass das mittlere Zeitintervall zwischen Kollaps und 1. Schockabgabe 4,4 min betrug, dass es aber im Mittel 9,8 min dauerte, bis das Reanimation*steam eintraf. Die Überlebensrate betrug sogar 74%, wenn die Patienten innerhalb von 3 min nach Kollaps defibrilliert wurden, ein Zeitintervall, das für das Reanimation*steam unmöglich war.

 

Das „Flugzeug Projekt“

 

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass besonders bei Langstreckenflügen ein Defibrillator an Bord von Flugzeugen unerlässlich sei und im Notfall Leben retten könnte. Bis heute hat sich diese Forderung nicht bei allen Fluggesellschaften durchgesetzt, vielleicht auch deshalb nicht, weil wissenschaftliche Untersuchungen bisher nicht vorlagen. Page und Mitarbeiter berichteten im Jahr 2000 über 14 Patienten, die bei einer großen amerikanischen Fluggesellschaft zwischen dem 1. Juni 1997 und dem 15. Juli 1999 im Flugzeug Kammerflimmern* hatten. 13 dieser Patienten wurden durch halbautomatische Defibrillatoren defibrilliert und das Kammerflimmern* wurde bei allen Patienten erfolgreich terminiert. Bei einem Patienten (Terminalstadium einer malignen Erkrankung) wurde auf Wunsch der Angehörigen keine Defibrillation durchgeführt. Neben der hohen Effektivität der Defibrillation ist besonders wichtig zu bemerken, dass Sensitivität und Spezifität des AED´s für Erkennung und richtige Analyse der lebensgefährlichen Rhythmusstörungen 100% betrug.

 

Das „Freizeitbad Projekt“

 

In Deutschland sind bisher keine wissenschaftlich begleiteten systematischen Untersuchungen mit halbautomatischen Defibrillatoren im Rahmen der “First Responder Defibrillation” in einem Freizeitbad durchgeführt worden. In Kooperation zwischen der Med. Univ.-Klinik II der Ruhr-Universität Bochum und der Deutschen Herzstiftung wurde im Herner Freizeitbad „LAGO Die Therme” ein Pilotprojekt zur Frühdefibrillation durch Ersthelfer am 15. November 2001 gestartet. Dieses Freizeitbad verfügt über eine Fläche von 5 ha mit einer überdachten Fläche von 12.000 m2. Neben einer Wasserfläche von 3.000 m2 und einer Außenfläche von 10.000 m2 verfügt das Bad über 16 Saunen und 3 Dampfbäder; die Anlage hat pro Jahr etwa 600.000-700.000 Besucher. In diesem Bad wurden 8 AED´s installiert, die von jedem Punkt der Anlage < 1 min beim Patienten sind. 15 Schwimm- und Bademeister wurden von Mitarbeitern der Med. Univ. Klinik II und der Feuerwehr der Stadt Herne ausgebildet. Das Projekt soll zunächst über 12 Monate durchgeführt werden, wissenschaftlich ausgewertete Ergebnisse liegen bisher nicht vor.

 

 


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