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Therapiebeispiele



Hier zeigen wir Ihnen einige Beispiele von der Universität Leipzig in Zusammenhang mit Therapiesitzungen im Krankenhaus.

 

Im Fall zweier Patientinnen mit der Diagnose Magersucht führte deren grenzüberschreitendes Spiel bei der kerngesunden Hündin zu demonstrativem Erbrechen vor die Füße der Patientinnen während der Therapiesitzung! Damit spiegelte der Hund in beeindruckender Weise ein Verhalten der Patientinnen, das sie selbst ihrem Therapeuten gegenüber zu diesem Zeitpunkt noch nicht offenbart hatten; denn der weitere Behandlungsverlauf zeigte, dass beide Mädchen tatsächlich an einer Bulimie erkrankt waren.

 

 

Eine weitere Patientin litt zur Aufnahme in unserer Klinik an einer ungeklärten Lähmung des rechten Beines. Langwierige orthopädische Behandlungen führten zu keinem Ergebnis. Schon während der ersten Sitzung mit der Hündin "vergaß" die Patientin ihr gelähmtes Bein und bewegte es genau so wie das gesunde, verließ aber den Raum am Ende wieder mit gelähmtem Bein. In der zweiten Stunde spielte sie wie jedes andere körperlich unversehrte Kind. Einige Zeit später erkannte sie selbst auch durch die Therapie mit der Hündin, dass ihre Lähmung seelische und nicht körperliche Ursachen hatte.

 

 

Bei zwei anderen Probanden reagierte die Hündin auf zunächst mutig-offensives Spielverhalten der Kinder mit ängstlichem Rückzug. In der Beobachtung erkannten wir, dass die Kinder selbstunsicher und ängstlich in die Therapiesitzung hineingingen und die Hündin dies spürte und in ihrem Verhalten verdeutlichte. Die Patienten befanden sich aufgrund sehr unterschiedlicher Krankheitsbilder in stationärer Behandlung, hatten aber im Vorfeld der Erkrankung übereinstimmend Gewalterfahrungen innerhalb ihrer Familie machen müssen.

 

 

Zwei weitere Patienten kommunizierten mit den Tieren über "Umwege". Sie versuchten zunächst ohne Erfolg der Hündin das Spielzeug wegzunehmen. Statt sich dem Tier gegenüber zu behaupten, boten beide vordergründig Streicheleinheiten an. Die Hündin betrachtete das Spiel als beendet und ließ sich bereitwillig streicheln. In diesem Moment "erbeuteten" die Kinder das Spielzeug und stellten sofort ihre Liebkosungen ein. Diese unechte Kommunikation fand sich auch außerhalb der Therapie wieder, in dem die Kinder über Krankheitssymptome (Somatisierungsstörungen) kommunizierten, also auch hier einen Umweg in Form von körperlichen Symptomen nutzten, um zu erreichen, dass sie selbst oder ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden.

 

 

Bei einer anderen Patientengruppe verschlechterte sich die zu Beginn gute Beziehung zum Tier innerhalb der 4. Stunde rapide. Die Patienten schienen den Kontakt zum Tier regelrecht abzubrechen. Beide waren Adoptivkinder und es zeigten sich innerhalb der Adoptivfamilien aktuell Tendenzen, sich von den Kindern zu trennen. Somit könnte der Beziehungsabbruch von Seiten des Kindes als Selbstschutz verstanden werden, der das Kind vor erneutem Verlassenwerden (hier durch das nahende Ende des Therapiezyklus mit der Hündin) bewahren soll. Die Kinder zogen sich aus der Beziehung zurück und nahmen die Trennung vorweg, da es leichter zu ertragen ist, wenn man jemanden verlässt als verlassen zu werden.

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